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SYMPTOME & BESCHWERDEN

Warum blockiert das Knie beim Gehen? Ursachen und Behandlung

5 Min.
Prof. Dr. Yavuz Arıkan
Warum blockiert das Knie beim Gehen? Ursachen und Behandlung

Eine Blockade des Knies und ein Hakgefühl beeinträchtigen den Alltag unmittelbar und gehören zu den Beschwerden, vor denen sich Patienten häufig fürchten. Beschrieben wird das Problem etwa mit „Ich kann mein Knie nicht belasten“, „In meinem Knie verhakt sich etwas“ oder „Mein Knie blockiert plötzlich und lässt sich nur schwer strecken“. Es deutet auf ein mechanisches Hindernis oder ein funktionelles Problem im Kniegelenk hin. Haken oder Blockieren beim Gehen ist nicht nur eine vorübergehende Unannehmlichkeit, sondern kann ein Zeichen für einen zugrunde liegenden Gewebeschaden sein.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Ursachen eine Knieblockade und ein Hakgefühl haben können, wie die Diagnose gestellt wird, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wann eine dringende Abklärung notwendig ist.

Was ist eine Knieblockade?

Bei einer Knieblockade ist die Beweglichkeit des Kniegelenks an einem bestimmten Punkt eingeschränkt, sodass das Knie nicht vollständig gebeugt oder gestreckt werden kann. Eine Blockade kann bedeuten, dass sich das Knie überhaupt nicht öffnen lässt, oder sie äußert sich als vorübergehendes Gefühl des „Hängenbleibens“. Meist geht das Blockadegefühl mit dem Eindruck einher, dass im Knie etwas eingeklemmt ist.

Diese Beschwerde hängt am häufigsten mit einem Meniskusriss zusammen. Ein abgerissenes Meniskusfragment kann in das Gelenk hinein- und wieder herausgleiten und die Kniebewegung mechanisch blockieren. Eine Knieblockade beschränkt sich jedoch nicht auf den Meniskus: Bandverletzungen, Knorpelschäden und freie Gelenkkörper können ein ähnliches Bild verursachen.

Meniskusriss: die häufigste Ursache

Die häufigste Ursache einer Knieblockade ist ein Meniskusriss. Die Menisken sind C-förmige Knorpelstrukturen im Knie, die die Gelenkflächen schützen und die Last verteilen. Meniskusrisse entstehen meist nach plötzlichen Drehbewegungen, tiefem Hocken, Sportverletzungen oder durch altersbedingten Verschleiß.

Patienten mit einem Meniskusriss erleben häufig:

  • ein plötzliches „Haken“ im Knie
  • eine Blockade des Knies (besonders in gebeugter Stellung)
  • Schmerzen, die beim Treppauf- oder Treppabgehen zunehmen
  • Schwellung und Druckempfindlichkeit
  • manchmal das Gefühl, dass das Knie wegknickt

Zur Blockade kommt es vor allem dann, wenn sich ein Fragment des Risses im Gelenk verklemmt. Das Knie bleibt dann an einem Punkt hängen, und der Betroffene muss es selbst oder mit Hilfe wieder strecken.

Freie Gelenkkörper: ein „Fremdkörper“ im Gelenk

Freie Gelenkkörper im Knie können Knorpelstücke, Knochenfragmente oder Teile eines gerissenen Meniskus sein, die sich im Gelenk bewegen. Diese Teile können sich an einer Stelle verklemmen und eine Blockade verursachen. Freie Gelenkkörper entstehen meist nach Verletzungen oder infolge arthrosebedingter Knorpelschäden.

In diesen Fällen tritt die Blockade oft plötzlicher auf und wiederholt sich häufiger. Patienten beschreiben zudem manchmal das Gefühl, dass „sich etwas in meinem Knie dreht“.

Knorpelschäden und Knieblockade

Auch Schäden am Knorpel des Knies (eine osteochondrale Läsion) können Blockaden und ein Hakgefühl hervorrufen. Brechen Fragmente von der Gelenkfläche ab und gelangen in das Gelenk, entsteht ein ähnliches Bild wie bei freien Gelenkkörpern. Dies kommt bei Sportlern und nach Verletzungen häufiger vor.

Knorpelschäden können langfristig den Weg für eine Kniearthrose bereiten. Eine frühe Diagnose und Behandlung sind daher wichtig.

Bandverletzungen des Knies und Instabilität

Eine Verletzung des vorderen Kreuzbands (VKB) oder eine Schwächung anderer Bänder, die das Knie stabilisieren, kann ebenfalls zu Haken und einem Blockadegefühl führen. Tritt das Haken zusammen mit einem Wegknickgefühl auf, sollte an eine Bandverletzung gedacht werden. Dabei geht die Kontrolle über die Kniebewegung verloren, und der Patient hat beim Gehen das Gefühl, dass das Knie „herausspringt“.

Nicht jede Blockade bedeutet ein mechanisches Hindernis: Manchmal fühlt sich ein reflektorischer Muskelkrampf infolge der Instabilität wie eine Blockade an.

Wie wird eine Knieblockade diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Ihr Arzt hört sich Ihre Beschwerden an, prüft den Bewegungsumfang des Knies und ermittelt, welche Bewegungen die Blockade auslösen. In diesem Schritt werden klinische Tests wie Meniskustests und Bandstabilitätstests durchgeführt.

Zur Sicherung der Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Das Röntgen ist eine grundlegende Methode zur Beurteilung von Arthrose und Knochenstruktur. Die MRT (Magnetresonanztomografie) ist das aussagekräftigste Verfahren zur Beurteilung von Meniskusrissen, Knorpelschäden und Bandverletzungen. Besteht der Verdacht auf einen freien Gelenkkörper, kann eine arthroskopische Untersuchung sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung genutzt werden.

Wie wird eine Knieblockade behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Liegt eine mechanische Ursache wie ein Meniskusriss vor, kommen konservative Methoden und Operationen in Frage.

Kleine, stabile Meniskusrisse können mit einem geeigneten Physiotherapieprogramm und Muskelkräftigung ausheilen. In dieser Zeit können eine Entlastung des Knies, Schonung und eine entzündungshemmende Behandlung eingesetzt werden. Wenn die Blockade immer wiederkehrt oder der Riss groß ist, kann eine arthroskopische Meniskusnaht oder eine Teilentfernung des Meniskus notwendig werden.

Auch bei Knorpelschäden oder freien Gelenkkörpern ist die Arthroskopie die wirksamste Methode für Diagnose und Behandlung. Dabei können Eingriffe wie ein arthroskopisches Débridement, die Entfernung freier Gelenkkörper oder eine Knorpelreparatur durchgeführt werden.

Bei Bandverletzungen, etwa nach einem Riss des vorderen Kreuzbands, kann eine Rekonstruktion erforderlich sein. Diese Entscheidung wird unter Berücksichtigung von Alter, Aktivitätsniveau und Instabilitätsbeschwerden des Patienten getroffen.

Wann ist eine dringende Abklärung notwendig?

Eine Knieblockade erfordert manchmal eine dringende Abklärung. In folgenden Situationen sollten Sie umgehend einen Facharzt für Orthopädie und Traumatologie aufsuchen:

  • Das Knie ist vollständig blockiert und lässt sich nicht bewegen
  • Es bestehen starke Schmerzen und eine Schwellung
  • Es liegt eine Fehlstellung oder deutliche Verbiegung des Knies vor
  • Die plötzliche Blockade ist nach einem Unfall aufgetreten
  • Es bestehen Gefühlsstörungen oder Kraftverlust im Bein

Diese Zeichen können auf einen schweren Meniskusriss, eine Bandverletzung oder einen freien Gelenkkörper hindeuten.

Fazit

Blockieren und Haken des Knies beim Gehen ist ein wichtiger Befund, der auf ein mechanisches Problem im Kniegelenk hinweist. Meniskusrisse, Knorpelschäden, freie Gelenkkörper und Bandverletzungen gehören zu den häufigsten Ursachen. Mit einer genauen Diagnose und einer passenden Behandlung können die meisten Patienten zu ihrem normalen Leben zurückkehren.

Wenn Ihr Knie beim Gehen hakt, blockiert oder schmerzt, schieben Sie die Abklärung nicht in der Hoffnung auf, dass es „von selbst vergeht“. Eine frühe Untersuchung und die richtige Behandlung bringen die Beschwerden schneller unter Kontrolle und schützen langfristig die Gesundheit Ihres Knies.

Häufig gestellte Fragen

Fachärztliche Einschätzung

Blockieren und Haken des Knies beim Gehen ist ein wichtiger Befund, der auf ein mechanisches Problem im Kniegelenk hinweist. Meniskusrisse, Knorpelschäden, freie Gelenkkörper und Bandverletzungen gehören zu den häufigsten Ursachen. Mit einer genauen Diagnose und einer passenden Behandlung können die meisten Patienten zu ihrem normalen Leben zurückkehren.

Wenn Ihr Knie beim Gehen hakt, blockiert oder schmerzt, schieben Sie die Abklärung nicht in der Hoffnung auf, dass es „von selbst vergeht“. Eine frühe Untersuchung und die richtige Behandlung bringen die Beschwerden schneller unter Kontrolle und schützen langfristig die Gesundheit Ihres Knies.

Lassen Sie Ihre Beschwerden untersuchen und informieren Sie sich über passende Behandlungsmöglichkeiten. Kontakt aufnehmen .

Häufig gestellte Fragen

Von einer Knieblockade spricht man, wenn sich das Knie nicht vollständig beugen oder strecken lässt oder vorübergehend „hängen bleibt“. Ursache kann ein mechanisches Hindernis oder ein funktionelles Problem sein.

Die häufigste Ursache ist ein Meniskusriss. Auch freie Gelenkkörper, Knorpelschäden und Bandverletzungen können eine Blockade oder ein Hakgefühl auslösen.

Plötzliches Haken, Blockieren in gebeugter Stellung, Schmerzen beim Treppensteigen, Schwellung und manchmal ein Wegknickgefühl begleiten häufig einen Meniskusriss.

Nach der körperlichen Untersuchung und speziellen Meniskus- und Bandtests kommen Röntgen und MRT zum Einsatz. Bei Verdacht auf einen freien Gelenkkörper ermöglicht die Arthroskopie Diagnose und Behandlung zugleich.

Bei kleinen, stabilen Rissen kann zunächst Physiotherapie versucht werden. Bei wiederkehrenden Blockaden kann eine arthroskopische Naht oder Teilentfernung des Meniskus erforderlich sein.

Wenn das Knie vollständig blockiert ist und sich nicht bewegen lässt, bei starken Schmerzen und Schwellung, Fehlstellung, plötzlicher Blockade nach einem Unfall oder Kraftverlust ist eine dringende Abklärung nötig.

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Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Spezialist für Knochen- und Weichteiltumoren
1978 in Uşak geboren

Ausbildung & Facharztweiterbildung

  • Abschluss an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Karadeniz (2003)
  • Facharztweiterbildung am Şişli Etfal Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Istanbul (2010)

Berufserfahrung

  • Pflichtdienst am Derince Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Kocaeli
  • Seit 2012 als Facharzt am Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen tätig
  • Spezialisierung auf Knochen- und Weichteiltumoren an der 2. Orthopädischen Klinik
  • 2013 Bestehen der orthopädischen Facharztprüfung (Board) und Mitgliedschaft in der TOTEK
Fachgebiete
Orthopädie und Traumatologie Orthopädische Onkologie Knochentumoren Weichteiltumoren Knochenzysten Gelenkersatz Unfallchirurgie
Einrichtung

Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen