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ERKRANKUNGEN & BEHANDLUNGEN

Riesenzelltumor des Knochens: Symptome, Diagnose, Therapie

9 Min.
Prof. Dr. Yavuz Arıkan
Riesenzelltumor des Knochens: Symptome, Diagnose, Therapie

Definition des Riesenzelltumors des Knochens

Der Riesenzelltumor des Knochens ist ein Knochentumor mit potenziell aggressivem Verhalten, der durch eine unkontrollierte und abnorme Vermehrung osteoklastischer Riesenzellen entsteht – also jener Zellen, die für den Knochenabbau zuständig sind. Normalerweise sind diese Zellen am Knochenumbau beteiligt; beim Riesenzelltumor ist dieser Mechanismus jedoch gestört, und das Knochengewebe wird rasch zerstört. Der Tumor schwächt daher den Knochen in dem betroffenen Bereich, höhlt ihn aus und macht ihn brüchig.

Der Riesenzelltumor des Knochens tritt am häufigsten bei jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters zwischen 20 und 40 Jahren auf und findet sich bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Der aktive Knochenstoffwechsel in dieser Altersgruppe gilt als wichtiger Faktor für die Entstehung des Tumors. Obwohl ein Großteil dieser Tumoren als gutartig eingestuft wird, können sie sich lokal sehr aggressiv verhalten und das umgebende gesunde Knochengewebe rasch zerstören. In seltenen Fällen können sie bösartig entarten oder in entfernte Organe wie die Lunge metastasieren.

Riesenzelltumoren des Knochens erreichen meist eine Größe zwischen 3 und 10 cm und wachsen ohne Behandlung mit der Zeit weiter. Mit zunehmender Größe wird die Stabilität des Knochens beeinträchtigt, Gelenkflächen können geschädigt werden, und das Risiko für starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und eine pathologische Fraktur steigt. Sitzt der Tumor in belasteten Gelenkregionen wie Knie, Handgelenk, Hüfte oder Schulter, ist die Lebensqualität im Alltag erheblich beeinträchtigt.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist der Riesenzelltumor des Knochens – obwohl meist als gutartig angesehen – eine wichtige Erkrankung der Orthopädischen Onkologie, die sich so aggressiv verhalten kann, dass sie mit Knochenkrebs verwechselt wird, und die unbedingt fachärztlich beurteilt werden muss. Eine frühe Diagnose und eine geeignete Behandlungsplanung sind von entscheidender Bedeutung, um den Knochen zu erhalten und einem Funktionsverlust vorzubeugen.

Riesenzelltumor des Knochens

Symptome

Der Riesenzelltumor des Knochens macht sich je nach betroffenem Knochen und Gelenkbereich durch langsam fortschreitende, aber stetig zunehmende Beschwerden bemerkbar. Mit wachsender Größe schwächt der Tumor die Knochenstruktur und übt Druck auf die umgebenden Weichteile aus. Ein Großteil der Patienten sucht daher mit anfangs milden, im Laufe der Zeit aber zunehmenden Beschwerden einen Arzt auf. Die häufigsten Symptome sind:

Schmerzen: Das häufigste Symptom des Riesenzelltumors sind Schmerzen. Diese können anfangs leicht und wechselhaft sein, werden mit dem Wachstum des Tumors jedoch anhaltend und stark. Schmerzen, die vor allem nachts zunehmen und in Ruhe nicht nachlassen, sind ein wichtiges Zeichen dafür, dass der Tumor im Knochen fortschreitet. Sitzt er in einem gewichttragenden Knochen, sind die Schmerzen beim Gehen oder bei Bewegung deutlicher.

Schwellung und tastbare Masse: Treibt der Tumor den Knochen nach außen auf, kann im betroffenen Bereich eine sicht- oder tastbare Schwellung entstehen. Diese verhärtet sich mit der Zeit und kann als Knoten unter der Haut bemerkt werden. Dieses Symptom ist besonders bei Riesenzelltumoren im Bereich von Knie, Handgelenk oder Schulter häufig.

Bewegungseinschränkung: Liegt der Tumor in Gelenknähe, wird die normale Beweglichkeit des Gelenks gestört. Dies äußert sich in Gelenksteifigkeit und Schwierigkeiten beim Beugen und Strecken. Beim Treppensteigen, beim Hinsetzen und Aufstehen oder beim Heben des Arms können Schmerzen und Mühe auftreten.

Risiko einer pathologischen Fraktur: Da der Riesenzelltumor die innere Struktur des Knochens schwächt, kann schon ein kleiner Stoß oder eine einfache Bewegung zu einem Knochenbruch führen. Solche Brüche werden als pathologische Frakturen bezeichnet und sind oft der erste Anlass, durch den die Erkrankung bemerkt wird.

Überwärmung und Druckempfindlichkeit: Bei manchen Patienten können sich im Bereich des Tumors eine lokale Überwärmung und Berührungsempfindlichkeit entwickeln. Dies kann darauf hinweisen, dass der Tumor aktiv und aggressiv wächst.

Diese Beschwerden werden mit dem Fortschreiten des Riesenzelltumors stärker und können die Lebensqualität erheblich mindern. Vor allem bei anhaltenden Knochenschmerzen, Schwellungen oder einem plötzlichen Bruch ist es daher sehr wichtig, einen Spezialisten für Orthopädische Onkologie aufzusuchen.

Diagnostische Verfahren beim Riesenzelltumor des Knochens

Die korrekte Identifizierung des Riesenzelltumors ist für die Planung einer geeigneten Behandlung äußerst wichtig. Zwar zeigt dieser Tumor in manchen bildgebenden Befunden typische Merkmale, doch da er mit gutartigen und bösartigen Knochentumoren verwechselt werden kann, muss die Diagnostik systematisch und umfassend erfolgen. Dabei werden klinische Beurteilung, bildgebende Verfahren und pathologische Untersuchung gemeinsam eingesetzt.

1. Körperliche Untersuchung

Der erste Schritt der Diagnostik ist die körperliche Untersuchung. Der Facharzt für Orthopädie bzw. Orthopädische Onkologie beurteilt Befunde wie Schwellung oder Masse im betroffenen Bereich, Ausmaß von Druckempfindlichkeit und Schmerz, Bewegungseinschränkung und Gelenkfunktion. Zudem wird eine ausführliche Anamnese erhoben: Wann haben die Schmerzen begonnen, haben sie stetig zugenommen, gibt es nächtliche Schmerzen, gab es früher eine Verletzung? Diese Informationen liefern wichtige Hinweise, um den Riesenzelltumor von anderen Knochenläsionen abzugrenzen.

2. Bildgebende Verfahren

Röntgen: Dies ist die erste und grundlegendste Stufe der Diagnostik. Im Röntgenbild zeigt sich der Riesenzelltumor meist als Läsion nahe dem Knochenende (Epiphysen-Metaphysen-Region), die die Knochenrinde verdünnt, lytisch (knochenauflösend) ist und eine ballonartige Auftreibung zeigt. Dieses charakteristische Bild ermöglicht eine Verdachtsdiagnose.

Magnetresonanztomografie (MRT): Die MRT ist sehr wichtig, um die Ausbreitung des Riesenzelltumors in die Weichteile, eine mögliche Ausdehnung ins Gelenk und die Beziehung zu umgebenden Muskeln, Nerven und Gefäßen zu beurteilen. Auch Einblutungen im Tumor, flüssigkeitsgefüllte Bereiche und Zeichen aggressiven Wachstums lassen sich mit der MRT detailliert darstellen.

Computertomografie (CT): Die CT wird vor allem eingesetzt, um die Kortikalis (Knochenrinde) zu beurteilen und festzustellen, wie stark der Tumor den Knochen geschwächt hat. Vor der OP-Planung bietet sie einen großen Vorteil, da sich die Grenzen des Tumors im Knochen klar bestimmen lassen.

3. Biopsie

Beim Riesenzelltumor des Knochens wird die sichere Diagnose durch eine Biopsie gestellt. Selbst wenn die Bildgebung einen starken Verdacht begründet, ist die mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben aus dem Tumor unerlässlich. Die Biopsie kann auf folgende Weise erfolgen: Feinnadelbiopsie, Stanzbiopsie (Tru-Cut) oder offene chirurgische Biopsie. Bei der pathologischen Untersuchung werden die Dichte der osteoklastenähnlichen Riesenzellen und die Struktur der Tumorzellen beurteilt. So lässt sich eindeutig feststellen, ob der Tumor gutartig ist oder bösartig entartet ist.

Behandlungsmöglichkeiten beim Riesenzelltumor des Knochens

Die Behandlung des Riesenzelltumors richtet sich nach der Größe des Tumors, seiner Lage im Knochen, einer Gelenkbeteiligung, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Ziel ist nicht nur die Beseitigung des Tumors, sondern auch der Erhalt der Knochenfunktion und der Lebensqualität des Patienten. Die Behandlung wird daher in der Regel von Spezialisten für Orthopädische Onkologie geleitet.

1. Operative Behandlung

Beim Riesenzelltumor des Knochens ist die Operation die Standardtherapie (Goldstandard). Je nach Lage des Tumors können verschiedene Operationstechniken angewendet werden.

Kürettage und lokale Behandlung: Dies ist das am häufigsten angewandte Verfahren bei Tumoren im Frühstadium und begrenzter Ausdehnung. Das Tumorgewebe wird aus dem Knochen ausgeschabt; anschließend werden lokale Adjuvanzien wie Phenol, Alkohol, flüssiger Stickstoff oder eine Hochgeschwindigkeitsfräse eingesetzt, um verbliebene mikroskopische Tumorzellen zu zerstören. Der entstandene Hohlraum wird mit Knochenzement oder Knochentransplantat aufgefüllt. Vor allem bei gelenknahen Tumoren bietet dieses Verfahren einen großen Vorteil für den Erhalt der Gelenkfunktion.

Weite Resektion und Rekonstruktion: Ist der Tumor sehr groß, hat er den Knochen stark geschwächt oder sich in die Weichteile ausgebreitet, kann ein aggressiverer Eingriff notwendig sein. Dabei wird der Tumor zusammen mit umgebendem gesundem Knochengewebe entfernt, und der entstandene Knochendefekt wird mit einer Prothese, Metallimplantaten oder Knochentransplantat wiederhergestellt. Dieses Vorgehen senkt das Rückfallrisiko, die Rehabilitation nach der Operation kann jedoch länger dauern.

2. Medikamentöse Behandlung (Denosumab und zielgerichtete Therapien)

In den letzten Jahren spielt das zielgerichtete Medikament Denosumab eine wichtige Rolle in der Behandlung des Riesenzelltumors. Es hemmt die Aktivität der Osteoklasten, führt zu einer Verkleinerung des Tumors und kann die Operation einfacher und sicherer machen. Denosumab wird vor allem in schwer operierbaren Regionen (Wirbelsäule, Becken), bei großen und aggressiven Tumoren sowie bei Rückfällen als sehr wirksame unterstützende Therapie eingesetzt.

3. Strahlentherapie

Riesenzelltumoren des Knochens werden in der Regel operativ behandelt. Bei Fällen, die operativ nicht vollständig entfernt werden können, die in risikoreichen Regionen wie Wirbelsäule oder Schädel liegen oder die erneut auftreten, kann die Strahlentherapie jedoch eine wichtige Alternative sein. Sie bringt das Wachstum unter Kontrolle, indem sie die Vermehrung der Tumorzellen hemmt. Dank moderner Bestrahlungstechniken werden Schäden am umgebenden Gewebe heute auf ein Minimum reduziert.

4. Chemotherapie

Die meisten Riesenzelltumoren des Knochens sprechen nur schlecht auf eine Chemotherapie an. Ist es jedoch in seltenen Fällen zu einer bösartigen Entartung gekommen oder haben sich Lungenmetastasen gebildet, kann eine Chemotherapie in den Behandlungsplan aufgenommen werden. Diese Entscheidung trifft ein interdisziplinäres Tumorboard.

5. Nachsorge und Rückfallrisiko

Beim Riesenzelltumor des Knochens ist das Rückfallrisiko hoch. Deshalb sollten in den ersten 2 Jahren nach der Behandlung alle 3–6 Monate und in den Folgejahren mindestens einmal jährlich Kontrollen mit Röntgen, MRT oder CT erfolgen. Da in seltenen Fällen Lungenmetastasen auftreten können, wird bei manchen Patienten zusätzlich eine CT der Lunge in das Nachsorgeprogramm aufgenommen.

Fazit

Der Riesenzelltumor des Knochens wird zwar meist als gutartig eingestuft, ist aber ein aggressiver Knochentumor, der die Knochenstruktur erheblich schwächen, die Gelenkfunktion stören kann und ein hohes Rückfallrisiko birgt. Sitzt er in funktionell wichtigen Regionen wie Knie, Hüfte, Schulter oder Handgelenk, sind eine frühe Diagnose und die richtige Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Heute werden in der Behandlung des Riesenzelltumors durch die Kombination von Operation, zielgerichteten Medikamenten (vor allem Denosumab) und bei Bedarf Strahlentherapie äußerst erfolgreiche Ergebnisse erzielt. Der wichtigste Faktor ist jedoch, dass Diagnostik und Behandlung in einem auf Knochentumoren spezialisierten Zentrum für Orthopädische Onkologie erfolgen.

Prof. Dr. Yavuz Arıkan, der in der Türkei auf dem Gebiet der Knochen- und Weichteiltumoren hervorsticht, bietet einen interdisziplinären Ansatz für die Diagnose und Behandlung aller gutartigen und bösartigen Knochentumoren, einschließlich des Riesenzelltumors. Dank moderner bildgebender Verfahren, korrekter Biopsietechniken und zeitgemäßer Operationsmethoden erhalten Patienten sowohl eine sichere Diagnose als auch einen individuellen Behandlungsplan.

Verspätet oder falsch behandelte Riesenzelltumoren können zu Brüchen, Gelenkverlust oder wiederkehrenden Tumoren führen. Patienten mit verdächtigen Knochenschmerzen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen sollten daher ohne Verzögerung ein spezialisiertes Zentrum aufsuchen – das ist für den langfristigen Erfolg und die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Der Riesenzelltumor des Knochens wird meist als gutartig eingestuft; er kann jedoch aggressiv wachsen, den umgebenden Knochen zerstören und in seltenen Fällen bösartig werden. Er sollte daher nicht als einfache Raumforderung betrachtet, sondern von Spezialisten für Orthopädische Onkologie beurteilt werden.

Am häufigsten tritt er im Kniebereich (unteres Ende des Oberschenkelknochens und oberes Ende des Schienbeins), am Handgelenk, an der Schulter und an den Beckenknochen auf. Da er in Gelenknähe liegt, verursacht er häufig Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Ja. Das Rückfallrisiko nach der Operation liegt zwischen 10 % und 30 %. Die Patienten sollten daher nach der Operation regelmäßig mit MRT und Röntgen kontrolliert werden. Die weite Resektion und moderne Operationstechniken, die Prof. Dr. Yavuz Arıkan in Istanbul anwendet, senken das Rückfallrisiko deutlich.

Die Diagnose erfolgt mit Röntgen, MRT, CT und in jedem Fall einer Biopsie. Allein anhand der Bildgebung ist keine sichere Diagnose möglich. Eine falsch durchgeführte Biopsie kann zur Verschleppung des Tumors führen; der Eingriff muss daher in auf Knochentumoren spezialisierten Zentren erfolgen.

Ja. Da der Riesenzelltumor den Knochen schwächt, ist das Risiko einer pathologischen Fraktur hoch. Vor allem Tumoren im Knie- und Hüftbereich können das Gehen unmöglich machen.

Denosumab ist ein zielgerichtetes Medikament, das beim Riesenzelltumor des Knochens eingesetzt wird. Es hemmt die Aktivität der Osteoklasten, verkleinert so den Tumor und macht die Operation sicherer. Prof. Dr. Yavuz Arıkan setzt es bei geeigneten Patienten wirksam vor oder nach der Operation ein.

In manchen Fällen kann bei einem Rückfall eine zweite Operation erforderlich werden. Eine langfristige Nachsorge ist deshalb sehr wichtig. In der Regel werden die Patienten 5–10 Jahre lang in ein regelmäßiges Kontrollprogramm aufgenommen.

In seltenen Fällen kann er in die Lunge metastasieren oder bösartig werden. Dieser Tumor sollte daher nicht als einfache „gutartige Geschwulst“ betrachtet, sondern von einem Spezialisten für Orthopädische Onkologie behandelt werden.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Yavuz Arıkan, der auf Knochentumoren spezialisiert ist, werden alle Knochen- und Weichteiltumoren – einschließlich des Riesenzelltumors des Knochens – nach internationalen Standards diagnostiziert und behandelt.

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Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Spezialist für Knochen- und Weichteiltumoren
1978 in Uşak geboren

Ausbildung & Facharztweiterbildung

  • Abschluss an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Karadeniz (2003)
  • Facharztweiterbildung am Şişli Etfal Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Istanbul (2010)

Berufserfahrung

  • Pflichtdienst am Derince Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Kocaeli
  • Seit 2012 als Facharzt am Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen tätig
  • Spezialisierung auf Knochen- und Weichteiltumoren an der 2. Orthopädischen Klinik
  • 2013 Bestehen der orthopädischen Facharztprüfung (Board) und Mitgliedschaft in der TOTEK
Fachgebiete
Orthopädie und Traumatologie Orthopädische Onkologie Knochentumoren Weichteiltumoren Knochenzysten Gelenkersatz Unfallchirurgie
Einrichtung

Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen