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SYMPTOME & BESCHWERDEN

Brennen und Überwärmung im Knie: Was steckt dahinter?

6 Min.
Prof. Dr. Yavuz Arıkan
Brennen und Überwärmung im Knie: Was steckt dahinter?

Ein Brennen und eine Überwärmung im Knie werden oft als einfache Muskelzerrung abgetan, können jedoch Zeichen eines ernsthaften Entzündungsprozesses sein. Patienten schildern ihre Beschwerden meist mit Sätzen wie „In meinem Knie brennt es“, „Das Knie ist warm und empfindlich“ oder „Es brennt, wenn ich es berühre“. Diese Anzeichen zeigen, dass im Kniegelenk eine aktive Entzündung besteht, und ohne richtige Diagnose können die Beschwerden häufig chronisch werden.

Dieser Beitrag behandelt die Ursachen von Brennen und Überwärmung im Knie, die Diagnoseverfahren, die Behandlungsmöglichkeiten und die Frage, wann eine dringende Abklärung erforderlich ist.

Worauf weist ein Brennen im Knie hin?

Ein Brennen im Knie entsteht durch die Reizung von Nerven im Gelenk und die Wirkung entzündlicher Prozesse. Eine Entzündung im Knie führt zur Erwärmung des umliegenden Gewebes, zu erhöhter Empfindlichkeit und zu Schmerzen. Brennen tritt meist bei vermehrter Flüssigkeit im Gelenk, bei Bursitis, Sehnenreizungen oder Nervenkompression auf.

Das Brennen geht häufig mit Schmerzen einher, manchmal kann es aber auch ausgeprägter sein als der Schmerz selbst. Deshalb sollten Patienten mit brennenden Beschwerden sorgfältig untersucht werden.

Warum wird das Knie warm?

Eine Überwärmung des Knies ist ein Zeichen für eine Entzündung rund um das Gelenk und eine gesteigerte Durchblutung. Im entzündeten Bereich erweitern sich die Gefäße und es strömt mehr Blut ein; dies führt zu Befunden wie Überwärmung, Rötung und Schwellung. Eine Überwärmung des Knies weist häufig auf ein Problem im Gelenk hin und tritt in folgenden Situationen auf:

  • Entzündung im Gelenk (Synovitis)
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Infektion
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Entzündung nach einer Verletzung
  • Überlastung und Tendinopathie

Jede dieser Ursachen kann Brennen und Überwärmung im Knie hervorrufen, Behandlung und Verlaufskontrolle unterscheiden sich jedoch.

1. Entzündung im Knie (Synovitis)

Eine Synovitis ist eine Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovialmembran). Bei einer Synovitis im Knie nimmt die Gelenkflüssigkeit zu, das Knie schwillt an und wird warm. Eine Synovitis entsteht meist infolge von Kniearthrose, einem Meniskusriss, Bandverletzungen oder rheumatischen Erkrankungen.

Eine Synovitis kann plötzlich und deutlich auftreten, manchmal verläuft sie aber auch chronisch und wiederkehrend. Patienten spüren meist ein Spannungsgefühl, Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Überwärmung im Knie.

2. Bursitis: Umschriebenes Brennen rund um das Knie

Die Entzündung der Schleimbeutel (Bursen) rund um das Knie wird als Bursitis bezeichnet. Formen wie die Bursitis praepatellaris (Schleimbeutel vor der Kniescheibe) oder die Pes-anserinus-Bursitis (an der Knieinnenseite) können eine örtlich begrenzte Überwärmung und ein Brennen verursachen. Eine Bursitis entsteht meist durch Überlastung, wiederholten Kontakt des Knies mit dem Boden, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen.

Bei Patienten mit Bursitis nehmen Schmerz und Wärmegefühl zu, wenn eine bestimmte Stelle am Knie berührt wird. Auch Schwellung und Druckempfindlichkeit können auftreten.

3. Sehnenreizung und Tendinopathie

Überlastung der Sehnen rund um das Knie, Mikroverletzungen und eine unzureichende Heilung können zu einer Tendinopathie führen. Eine Tendinopathie der Patellasehne (Kniescheibensehne) und der Quadrizepssehne kann ein Brennen und eine Überwärmung im Knie hervorrufen. Dies tritt vor allem bei Sportlern auf, die laufen, springen oder ihre Trainingsbelastung plötzlich steigern.

Eine Tendinopathie zeigt meist ein Schmerzbild, das bei Bewegung zunimmt und in Ruhe nachlässt. Unterhalb oder oberhalb der Kniescheibe können eine örtliche Druckempfindlichkeit und ein Wärmegefühl bestehen.

4. Infektion: Ein Zustand, der dringend abgeklärt werden muss

Eine der ernsthaftesten Ursachen für Brennen und Überwärmung im Knie ist eine Infektion. Eine septische Arthritis (Gelenkinfektion) oder eine Infektion des Schleimbeutels muss dringend behandelt werden. Zeichen einer Infektion sind:

  • Starke Schmerzen
  • Rasch zunehmende Schwellung
  • Rötung
  • Fieber
  • Bewegungseinschränkung

In diesem Fall sind eine sofortige Abklärung und Behandlung lebenswichtig.

5. Rheumatische Erkrankungen

Entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis und Gicht können Brennen und Überwärmung im Knie verursachen. Bei diesen Erkrankungen bestehen meist auch Beschwerden in anderen Gelenken. Morgensteifigkeit, Gelenkschwellungen, Unwohlsein und allgemeine Müdigkeit können hinzukommen.

Rheumatische Erkrankungen verlaufen chronisch und erfordern eine Langzeitbehandlung. Deshalb sind eine frühzeitige Diagnose und ein geeigneter Behandlungsplan wichtig.

6. Nervenkompression und neuropathische Schmerzen

In manchen Fällen hängt ein Brennen im Knie nicht mit einem Problem im Gelenk zusammen, sondern mit einer Nervenkompression. Erkrankungen wie ein lumbaler Bandscheibenvorfall, Ischiasbeschwerden oder eine Kompression des Nervus peroneus können rund um das Knie Brennen, Kribbeln oder ein stromschlagartiges Gefühl hervorrufen. Diese Art von Schmerz wird meist in einem bestimmten Dermatom empfunden und kann von Taubheit oder Schwäche im Bein begleitet sein.

Deshalb sollte bei Patienten mit Brennen im Knie auch an ein von einer Nervenwurzel ausgehendes Problem gedacht werden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Patienten mit Brennen und Überwärmung im Knie beginnt die Diagnose mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Ihr Arzt fragt, wann die Beschwerden begonnen haben, welche Bewegungen sie verstärken und welche Begleitsymptome bestehen. Bewegungsumfang, Gelenkerguss, Druckempfindlichkeit und Überwärmung werden beurteilt.

Bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnose. Das Röntgen beurteilt Arthrose und Knochenstruktur. Die MRT (Magnetresonanztomografie) stellt Meniskus, Bänder und Knorpel dar. Der Ultraschall ist eine schnelle und wirksame Methode zur Beurteilung von Bursitis und Sehnenproblemen. Bei Verdacht auf eine Infektion sind eine Analyse der Gelenkflüssigkeit und Blutuntersuchungen erforderlich.

Behandlungsansatz

Das Hauptziel der Behandlung von Brennen und Überwärmung im Knie ist es, die Entzündung zu verringern und die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Der Behandlungsplan ist von Patient zu Patient verschieden.

Die konservative Behandlung ist in der Regel der erste Schritt. Dabei werden:

  • Schonung und Entlastung
  • Kühlung
  • Entzündungshemmende Medikamente (unter ärztlicher Aufsicht)
  • Physiotherapie (Muskelkräftigung, Beweglichkeit, Gleichgewicht)
  • Eine Kniebandage oder ein Kompressionsverband

eingesetzt.

Weiterführende Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem zugrunde liegenden Problem. Bei Synovitis und rheumatischen Erkrankungen können Medikamente (DMARDs, Biologika und Ähnliches) erforderlich sein. Bei Bursitis und Tendinopathien kommen eine örtliche Behandlung und bei Bedarf Injektionen in Betracht. Liegt eine Infektion vor, sind eine sofortige Antibiotikatherapie und gegebenenfalls eine Operation notwendig.

Wann ist eine dringende Abklärung erforderlich?

Brennen und Überwärmung im Knie müssen manchmal dringend abgeklärt werden. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen:

  • Plötzlich einsetzende starke Schmerzen
  • Fieber
  • Rasch zunehmende Schwellung des Knies
  • Rasche Ausbreitung von Rötung und Überwärmung
  • Unfähigkeit, das Knie zu bewegen, oder eine erhebliche Einschränkung

Diese Befunde können auf eine Infektion oder eine schwere Entzündung hinweisen.

Fazit

Brennen und Überwärmung im Knie sind meist Zeichen einer Entzündung im Gelenk und einer Reizung des umliegenden Gewebes. Verschiedene Ursachen wie Synovitis, Bursitis, Tendinopathie, rheumatische Erkrankungen, Nervenkompression oder Infektion können diese Beschwerden auslösen. Mit einer genauen Diagnose und einer geeigneten Behandlung fühlen sich die meisten Patienten schon nach kurzer Zeit besser, und die Kniegesundheit bleibt langfristig erhalten.

Wenn Sie ein Brennen und eine Überwärmung im Knie bemerken, sollten Sie dies nicht als einfache Zerrung abtun. Eine frühzeitige Untersuchung lindert die Beschwerden und ermöglicht es, mögliche ernsthafte Erkrankungen früh zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Fachärztliche Einschätzung

Brennen und Überwärmung im Knie sind meist Zeichen einer Entzündung im Gelenk und einer Reizung des umliegenden Gewebes. Verschiedene Ursachen wie Synovitis, Bursitis, Tendinopathie, rheumatische Erkrankungen, Nervenkompression oder Infektion können diese Beschwerden auslösen. Mit einer genauen Diagnose und einer geeigneten Behandlung fühlen sich die meisten Patienten schon nach kurzer Zeit besser, und die Kniegesundheit bleibt langfristig erhalten.

Wenn Sie ein Brennen und eine Überwärmung im Knie bemerken, sollten Sie dies nicht als einfache Zerrung abtun. Eine frühzeitige Untersuchung lindert die Beschwerden und ermöglicht es, mögliche ernsthafte Erkrankungen früh zu erkennen.

Lassen Sie Ihre Beschwerden untersuchen und informieren Sie sich über passende Behandlungsmöglichkeiten. Kontakt aufnehmen .

Häufig gestellte Fragen

Brennen und Überwärmung im Knie weisen meist auf eine aktive Entzündung hin. Ursache können eine Synovitis, Bursitis, Tendinopathie, eine rheumatische Erkrankung oder eine Infektion sein.

Entzündliche Vorgänge im oder um das Gelenk steigern die Durchblutung und führen zu einem Wärmegefühl. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollte dieser Befund umgehend abgeklärt werden.

Plötzliche, starke Schmerzen, eine rasch zunehmende Schwellung, Rötung, Fieber und Bewegungseinschränkung können Zeichen einer Infektion (septische Arthritis) sein. In diesem Fall ist eine sofortige Behandlung notwendig.

Nach der körperlichen Untersuchung können Röntgen, MRT oder Ultraschall veranlasst werden. Bei Verdacht auf eine Infektion werden eine Gelenkpunktat-Analyse und Blutuntersuchungen durchgeführt.

Häufig kommen Schonung, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie zum Einsatz. Bei einer Infektion sind Antibiotika und gegebenenfalls eine Operation erforderlich, bei rheumatischen Erkrankungen eine systemische Therapie.

Bei plötzlichen starken Schmerzen, Fieber, rasch zunehmender Schwellung und Rötung oder wenn Sie das Knie nicht mehr bewegen können, sollten Sie unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

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Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Prof. Dr. Yavuz Arıkan

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Spezialist für Knochen- und Weichteiltumoren
1978 in Uşak geboren

Ausbildung & Facharztweiterbildung

  • Abschluss an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Karadeniz (2003)
  • Facharztweiterbildung am Şişli Etfal Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Istanbul (2010)

Berufserfahrung

  • Pflichtdienst am Derince Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus in Kocaeli
  • Seit 2012 als Facharzt am Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen tätig
  • Spezialisierung auf Knochen- und Weichteiltumoren an der 2. Orthopädischen Klinik
  • 2013 Bestehen der orthopädischen Facharztprüfung (Board) und Mitgliedschaft in der TOTEK
Fachgebiete
Orthopädie und Traumatologie Orthopädische Onkologie Knochentumoren Weichteiltumoren Knochenzysten Gelenkersatz Unfallchirurgie
Einrichtung

Baltalimanı Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus für Knochenerkrankungen